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Es gibt weder grosse Entwicklungen noch wahre Fortschritte auf dieser Erde, solange noch ein unglückliches Kind auf ihr lebt
Albert Einstein, Mathematiker und Physiker (1879-1955).
Selber machen!
 
Mireille Lingg
Freude behalten. In der letzten Kolumne habe ich über das Loben geschrieben – wie Eltern ihre Kinder so unterstützen können, dass sie Freude am Ausprobieren und selbstständigen Handeln bekommen und diese Freude auch behalten. Überlegen wir uns doch einmal, unter welchen Bedingungen wir Erwachsenen uns Aufgaben motiviert und mit Freude hingeben. Diese Frage ist nämlich auch für uns Eltern sehr wichtig, denn sie begleitet uns tagtäglich und ein Leben lang. Wie können wir nun unsere Kinder in ihrem Schaffen unterstützen? Aus unserer eigenen Erfahrung wissen wir, dass die von uns selbst gewählten Aufgaben uns besonders motivieren. Beobachten wir deshalb unser Kind genau und spüren seinen momentanen Interessen nach. Wir fördern die Selbstständigkeit unseres Kindes, wenn wir uns zunächst zurückhalten und ihm bei auftretenden Schwierigkeiten und Hindernissen nicht sofort mit selbstverständlich gut gemeinten Ratschlägen helfen. Es geht nichts über das glückselige Strahlen eines Kindes, das uneingeschränkt stolz auf sein gelungenes Werk ist. Vielfältiges Bastelmaterial, Spielsachen für Rollenspiele und zum Bauen sollten wenn immer möglich in greifbarer Nähe im Kinderzimmer verfügbar sein. So kann das Kind jederzeit seine bevorzugte Beschäftigung wählen. Ganz wichtig ist es, die richtigen Spielsachen zum richtigen Zeitpunkt anzubieten. Wenn wir den Kindern das für sie in ihrem aktuellen Reifeprozess geeignete Spielmaterial zur Verfügung stellen, ist die Empfänglichkeit für spielerisches Lernen besonders hoch, zum Beispiel Duplosteine erst bereitstellen, wenn die Feinmotorik des Kindes entsprechend entwickelt ist. Ich selber habe ungeduldig gewartet, bis meine Kinder sechs und acht Jahre alt waren, um endlich mit ihnen in einen Familienzirkus gehen zu können. Nach einem Feuerwerk an akrobatischer Unterhaltung fragte ich sie auf dem Weg nach Hause, was ihnen denn am besten gefallen hätte. Für einmal waren sich die beiden einig: Der Esel, den sie in der Pause streicheln durften.

 

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