START
Es gibt weder grosse Entwicklungen noch wahre Fortschritte auf dieser Erde, solange noch ein unglückliches Kind auf ihr lebt
Albert Einstein, Mathematiker und Physiker (1879-1955).
Muss Strafe sein? Und wenn ja, wie?
 
Mireille Lingg*
Heute befasse ich mich mit einem ganz heissen Eisen, dem «Strafen». Kinder werden bestraft, wenn sie Grenzen überschreiten, wenn sie unsere Nerven überstrapazieren oder wenn wir sie zu einem «besseren Verhalten» zwingen wollen. Oft trägt Strafe den Charakter von Machtdemonstration, Demütigung, Liebesentzug oder gar körperlicher Gewalt. Bei dieser Art von Bestrafung werden wohl eher Gefühle von Rache, Rebellion oder Aggression ausgelöst, aber bestimmt keine Einsicht. Oft hat die Strafe keinerlei Bezug zur «Übertretung» und muss laufend verstärkt werden, weil sie sich abnützt. Geben wir den Kindern stattdessen klare Grenzen und stellen Forderungen, die sie verstehen. Wenn sie sich nicht daran halten, sollten wir versuchen, zugleich wohlwollend und konsequent zu bleiben und sie lediglich die natürlichen Folgen ihres Handelns spüren zu lassen. Verantwortung. Wenn ein Kind immer zu spät zum Essen kommt, ist das Essen abgeräumt. Oder wenn ein Kind auf dem Spielplatz andere Kinder quält, geht die Mutter, der Vater ohne abwertende Kommentare mit ihm nach Hause. Wenn es beim Anziehen trödelt, kommt es halt mal zu spät zur Schule. So lernen Kinder, Zusammenhänge erkennen und die Verantwortung für ihre Handlungen zu übernehmen. Logische und faire Konsequenzen sind für das Kind nachvollziehbar. Vor allem verletzen sie seine persönliche Würde nicht. Wenn wir uns ärgern, distanzieren wir uns lieber für eine Weile vom Kind. Wir können uns auch fragen, was hinter dem Verhalten des Kindes stecken könnte. Ja, ja, ich weiss, das alles ist im Alltag mitunter schwer umzusetzen. Doch wir Eltern haben viel Zeit und noch mehr Gelegenheiten zum Üben. Es wirkt sich immer positiv auf das Familienklima aus, wenn die persönliche Integrität aller Beteiligten bei Auseinandersetzungen erhalten bleibt.
 
KONTAKT
Stiftung BaZ hilft
Postfach
CH-4002 Basel
Tel: +41 (0)61 639 11 11
Email: bazhilft@baz.ch
 
Copyright © 2009 Stiftung BaZ hilft. Alle Rechte vorbehalten. Impressum